04.12.2009 - Der Marktplatz erstrahlt in festlichem Glanz. In der Luft liegt der Duft nach Tannengrün und Bienenwachs. Vom Holzkohlengrill ziehen verlockende Rauchschwaden vorüber. Maronen schmoren im Feuer, die Märchentante blättert in ihrem großen Lesebuch. Kinder drehen auf einem alten Karussell fröhlich ihre Runden. Auch in diesem Jahr lädt der Aachener Weihnachtsmarkt wieder zum Bummeln durch eine vorweihnachtliche Welt ein.
Zahlreiche Händler, Handwerker, Künstler und Gastronomen bieten rund um Dom und Rathaus ihre Waren feil. Sie stellen ein Stück regionaler Lebensart dar, liefern Geschenkideen und Anregungen für das Weihnachtsfest. Auf Tand und Kitsch haben die Macher des Marktes, der Märkte und Aktionskreis City (MAC), fast vollständig verzichtet. Kein Wunder, dass der Aachener Weihnachtsmarkt zu den größten und wohl schönsten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland zählt.
Entstanden sind die Weihnachtsmärkte aus gewöhnlichen Wochenmärkten und Messen, die zu Kirchfesten veranstaltet wurden. Man verkaufte dort vor allem praktische Dinge des täglichen Gebrauchs. Erst im 18. Jahrhundert wurden die Märkte weihnachtlicher. Die Kinder glaubten damals, dass das Christkind auf dem Weihnachtsmarkt die Geschenke einkaufte, die sie dann später auf dem Gabentisch vorfanden. Auch heute verlocken Kuchen, Kerzen und Krippenspiele noch ebenso zum Kaufen wie Gegrilltes, Getöpfertes und Gemaltes – und nicht nur die ganz Kleinen bekommen dabei vor Staunen leuchtende Augen und rote Bäckchen.
Schlangen vor den Reibekuchenbäckereien
Was wäre der Aachener Weihnachtsmarkt jedoch ohne Reibekuchen und Bockwurst, ohne Waffeln und Glühwein? Natürlich dürfen bei dieser Aufzählung die bekannten Aachener Printen nicht fehlen, die Kaiser Karl der Große schon gekannt haben soll. Wenn das keine Empfehlung ist! Gerade die lukullischen Angebote wie Weihnachtsgebäck, Schokolade, Marzipan und Süßwaren sind Hauptanziehungspunkte für viele Besucher – was die Menschentrauben rund um die Glühweinstände und die Schlangen vor den Reibekuchenbäckereien alle Jahre wieder eindrucksvoll beweisen.
Neben jenen profaneren Buden präsentieren sich ganz brüderlich wahrhaft kulinarische Stände, wo Austern, Lachs und Champagner verkauft werden. Ein teures Vergnügen, aber sicherlich einmal die Mühe des Probierens wert. Aber der Aachener Markt hat natürlich noch mehr zu bieten: ein interessantes Kulturprogramm zum Beispiel mit den Original Eifeler Alphornissen (Dienstag, 8. Dezember, 19.30 Uhr) oder dem Ensemble „Contra-Brass“ aus Mechelen (Donnerstag, 17. Dezember, 19 Uhr), einer „Stillen Nacht der anderen Töne. Weihnachten mal anders“ (24. Dezember 22.30 Uhr), einem Kindermusical und einer zauberhaften Weihnachtsshow. Selbst der Nikolaus kommt nach Aachen und beschert die Kinder (Montag, 7. Dezember).
Längst ist der Weihnachtsmarkt zum Treffpunkt in der Kaiserstadt geworden. Man kennt sich, man trifft sich, man parliert und flaniert, schlendert durch die Budengassen, genießt das unverkennbare Flair des Marktes und die weihnachtliche Vorfreude.
Mehr dazu gibt es unter: www.aachenweihnachtsmarkt.de
Lichterglanz ohne Tand und Kitsch
Aachener Weihnachtsmarkt: Adventliches Flair in der Heimatstadt der Printen