Läufer in archaischen Masken

Krampus-Lauf über den Münchner Christkindlmarkt hat sich zur Attraktion entwickelt

06.12.2009 - „Wenn sich das Jahr dem Ende neigt und der Krampus herab in die Täler zieht, die Furcht sein Begleiter wird sein...“ Wenn in der Vorweihnachtszeit schaurige Gestalten in München ihr Unwesen treiben, kann es sich dabei nur um den Krampus-Lauf handeln.

Die jahrhundertealte alpenländische Tradition des Krampus-Laufens geht zurück auf die christlich-mythologischen Figuren des gütigen Bischofs Nikolaus und seines Begleiters Krampus. Heute beleben wieder zahlreiche junge Menschen dieses 500 Jahre alte Brauchtum. Die imposanten Gestalten der ersten Münchner Krampusgruppe „Sparifankerl Pass“ ziehen in archaischen Masken und schweren Fell-Kostümen über den Münchner Christkindlmarkt

Zotteliger Pelz und Krallenhandschuhe

In diesem Jahr tragen die Krampusläufer Holzmasken, die historischen „Larven“ aus dem Gasteiner Tal nachempfunden wurden. Sie sind aufwändig und kunstvoll gearbeitet aus Linden-, Zirben- oder Erlenholz. Dazu tragen die 17 Läufer einen zotteligen Pelz, Krallenhandschuhe, eine Rute und zahlreiche Glocken, die einen Heidenlärm machen. Von Ende November bis Anfang Januar absolvieren die Mitglieder der Gruppe „Sparifankerl-Pass“ bis zu 25 Termine und Auftritte in Bayern, Österreich und der Schweiz.

Zu den Symbolfiguren der Winterzeit gehören auch die Perchten, die weiblichen Masken- und Sagengestalten. Frau Percht gilt als Schicksalsfrau und Seelenbegleiterin, die soziale Kontrolle ausübt, auf Ordnung achtet und auch straft. Das Mittelalter sah die „domina Berchta“ als Allegorie der Sünde. „Krampus-Läufe“ sind als traditionelles Brauchtum in Österreich und Bayern noch lebendig. Und besonders der Krampuslauf über den Münchner Christkindlmarkt hat sich zu einer Attraktion für Einheimische wie für Touristen entwickelt.

Die Termine 2009:
An den Sonntagen, 6. und 20. Dezember,
jeweils 16.30 bis 17.30 Uhr


Weitere Informationen über die zotteligen Gesellen unter: www.sparifankerl-pass.de