Malerischer Lichterglanz

Zur Weihnachtszeit herrscht im romantisch-barocken Heidelberg reges Treiben

13.12.2009 - In Heidelberg versammeln sich seit jeher große Geister. Joseph von Eichendorff (1788 - 1857), als Student Teil der „Heidelberger Romantik“ beschrieb seine Weihnacht einst so: „Markt und Straßen steh’n verlassen, still erleuchtet jedes Haus, sinnend geh ich durch die Gassen, alles sieht so friedlich aus“. (Gedichte, 1837)

Heutzutage herrscht im romantisch-barocken Heidelberg zur Weihnachtszeit reges Treiben und Lichterglanz. Der berühmte Weihnachtsmarkt ist auf sieben Plätze mit individuellem Charakter verteilt. Ein Marsch entlang der rund 140 Buden eröffnet malerische und ungeahnte Perspektiven auf die geschichtsträchtige Stadt am Neckar.

Willy-Brandt-Platz (neu)

Weihnachtliche Stimmung und der Duft von Apfelsaft mit Zimt empfangen Reisende und Pendler am Hauptbahnhof. Der Willy-Brandt-Platz ist 2009 das erste Mal „Vorposten“ des Weihnachtsmarktes. Direkt neben der Tourist Information finden sich originelle Mitbringsel und kulinarische Leckereien.

Bismarckplatz

Der Staatsmann Bismarck konstatierte einmal: „Mit nichts vergeuden die Deutschen mehr Zeit als mit dem Biertrinken“. Am nach ihm benannten Bismarckplatz, dem Knotenpunkt des Heidelberger Öffentlichen Nahverkehrs, lässt sich wunderbar bei einem weihnachtlichen Glühwein „Zeit vergeuden“. Jenseits der Hetze gibt es hier Erfrischungen, Schmuck, Keramik, Engel und Laternen.

Anatomiegarten

Das ganze Jahr hinweg residiert die Statue des Chemikers Robert Bunsen, der in Heidelberg einst lehrte, recht einsam über dem Anatomiegarten. Vier Wochen lang erhält sie nun Gesellschaft von Anbietern von Süßem und Deftigem, Namenstassen, Kerzen, Bernstein und afrikanischer Schnitzkunst. Bisweilen gibt es dort exotische Trommelklänge zu hören, die in ferne Gefilde entführen…

Universitätsplatz

Die Inschrift des Germanisten Friedrich Gundolf von 1931 „dem lebendigen Geist“ über dem Eingang der Neuen Universität ermutigt Studierende zu selbstständigem und kritischem Denken. Während der Adventszeit ist hier auch ein lebendiger Entdeckergeist gefragt, denn mit rund 70 Buden stellt der Universitätsplatz das Kernstück des Weihnachtsmarkts dar. Von Omas praktischen „Helferlein“ wie Nudelholz und Bürste
über Künstlerisches wie Heidelberg-Fotos und Designerschmuck hin zu Klassischem wie Bunzlauer Keramik und einem nostalgischen, hundertjährigen Kinderkarussell findet sich hier beinahe alles.

Marktplatz

Geradezu klassisch gibt sich der Marktplatz. Kein geringerer als der antike Held Herkules wacht von seinem Brunnensockel aus über das Adventsgeschehen. Von seinem Tatendrang inspiriert präsentieren sich dort nicht nur Händler und Gastronomen, sondern in der „Bürgerhütte“ auch wechselweise 14 Vereine und Schulen mit ihren Projekten. Im „Haus des Weihnachtsmanns“ stellt sich dieser gutmütig für ein Erinnerungsphoto in Pose - der Erlös kommt dem Kinderhilfswerk des Lions Club zugute.

Kornmarkt

Die Madonnen-Statue am Kornmarkt sollte Mitte des 19. Jahrhunderts die protestantischen Heidelberger wieder zum Katholizismus bekehren. Thematisch passend findet sich auf diesem wunderschönen Platz mit Schlossblick auch die Weihnachtskrippe. Kinder können neben der Krippe sogar echte Esel streicheln, und Erwachsene finden hier ausgefallene Geschenke. Bei einem warmen Imbiss können Handwerksvorführungen verfolgt werden.

Karlsplatz

Gastlichkeit wurde hier schon immer großgeschrieben. Seit dem 17. Jahrhundert locken
hierher die historischen Studentenlokale. Noch bis 3. Januar 2010 ziert nun außerdem eine der schönsten Eislaufbahnen Deutschlands „Christmas on Ice“ den Platz unter
dem Schloss. Hier lassen sich romantisch Pirouetten drehen, oder man wärmt sich gemütlich in der weihnachtlichen Gastrohütte bei kulinarischen Köstlichkeiten auf. Highlights von „Christmas on Ice“ sind die Autogrammstunde mit Eishockey-Spielern der Mannheimer „Adler“ am Donnerstag, 17. Dezember um 18 Uhr und das Silvester-Schlittschuhlaufen bis 1.00 Uhr.