Aufwändig dekorierte Stände

Frankfurter Weihnachtsmarkt vor der Kulisse des Römerbergs

14.12.2009 - „Beeindruckend“, staunt die Reisegruppe aus Bayern, „was hier bloß los ist.“ Jung und Alt schiebt sich durch die Budengassen zwischen Mainkai und Berliner Straße. Mit rund 200 Ständen und einer Besucherzahl von etwa drei Millionen Menschen ist der Frankfurter Weihnachtsmarkt einer der bedeutendsten und größten Deutschlands. Umrahmt von den Kulissen von Römerberg und der geschichtsträchtigen Paulskirche ergeben die aufwändig und kreativ dekorierten Stände auch einen der schönsten und attraktivsten Weihnachtsmärkte.

Die Besucher aus dem Süden Deutschlands sind fast sprachlos, was es hier alles zu sehen,zu riechen und zu fühlen gibt! Traditionell bietet die Produktpalette des Frankfurter Weihnachtsmarktes ein breit gefächertes Angebot. Klassische Artikel wie Weihnachtsschmuck und -dekoration, Erzgebirgisches Kunsthandwerk, Kerzen oder Marionetten verführen zum Kauf, wie neuzeitliches Kunsthandwerk, vor allem aber auch die für Frankfurt typischen und traditionellen Dippe und Steinguterzeugnisse.

„Bethmännchen, was ist denn dass?“ fragt einer der Bayern – und wird schnell von der freundlichen Verkäuferin aufgeklärt. „Brenten“, „Bethmännchen“ und „Quetschemännchen“ können als typisch frankfurterische Backwaren auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken. In früheren Zeiten wurden sie in den Bürgerhäusern der Stadt in großen Mengen hergestellt.

Schon Goethe knabberte Bethmännchen

Johann Wolfgang von Goethe, der auch als Geheimer Rat im fernen Weimar alljährlich zum Fest von seiner Mutter ein Paket mit Bethmännchen erhielt, gehörte zu den größten Verehrern der Alt-Frankfurter Weihnachtsknabbereien. Woher genau das marzipangefüllte Gebäck seinen Namen hat, lässt sich nicht restlos klären. Eine Überlieferung macht Napoleon dafür verantwortlich, der bei einem Aufenthalt im Hause des Bankiers Bethmann in Frankfurt gesagt haben soll: „Geben Sie mir doch noch einmal die kleinen Bethmännchen her!“

Darüber hinaus bietet sich den Besuchern eine kaum zu überbietende gastronomischen Vielfalt. Das kulinarische Angebot beinhaltet rustikale Produkte wie Maronen, Waffeln, Gans, Reibekuchen, Suppen oder Fleisch und Wurst vom Holzkohleschwenkgrill, wie auch internationale Angebot wie die niederländischen Poffertjes, Crepés aus Frankreich, Ungarische Langos oder mexikanische Tortillas.

Für die kleinen und kleinsten Besucher des Weihnachtsmarktes sind die süßen Leckereien besonders begehrenswert. Dazu üben Nostalgie-Pferdekarussells und weihnachtliche Kinderkarussells eine fast noch höhere Anziehungskraft aus.