25.12.2009 - Am 24. Dezember schloss der Münchner Christkindlmarkt nach 28 Tagen seine Pforten. Im Auf und Ab von milder Witterung, extremer Kälte mit Schneetreiben und sonnigen Föhn-Tagen wollte zunächst bei Plus-Graden vorweihnachtliche Stimmung nicht aufkommen. Um den 4. Advent nahm mit der weißen Schneepracht der Winter schließlich doch Einzug auf dem Christkindlmarkt. Münchnerinnen und Münchner, Gäste aus dem Umland und von nah und fern ließen sich vom Charme des traditionellen Weihnachtsmarktes rund um den Marienplatz verzaubern. Die Marktkaufleute und das Tourismusamt der Landeshauptstadt als Veranstalter waren mit dem Verlauf des Münchner Christkindlmarktes zufrieden.
„Das wetterbedingte Wechselbad schadete dem Münchner Christkindlmarkt 2009 ebenso wenig wie die allgemeine Wirtschaftskrise“, so Marktleiterin und Tourismusdirektorin Dr. Gabriele Weishäupl, „Das Münchner Original unter den rund 20 Weihnachtsmärkten in der Landeshauptstadt trotzte wieder einmal der Krise und erwies sich als stabiler Wirtschaftsträger bei Umsätzen wie Besucherzahlen“.
Besucheraufkommen
Nach Schätzung des Veranstalters kamen rund 2,8 Millionen Gäste auf den Münchner Christkindlmarkt. Damit hielten die Besucherzahlen das Niveau des Vorjahres (2008: 2,8 Millionen) stabil. Gerade das verlängerte Wochenende vom 6. bis 8. Dezember bescherte dem Weihnachtsmarkt ein verstärktes Besucheraufkommen vor allem aus Italien, Österreich und der Schweiz. Gegen Ende der Marktzeit kauften viele Gäste aus Russland und Asien landestypische Weihnachtaccessoires und genossen das altbairische Flair des Münchner Christkindlmarktes bei Glühwein und Bratwurst.
Trends im Marktgeschäft
Die Farbe Lila liegt diese Weihnacht beim Christbaumschmuck im Trend. Auch Kugeln in Silber und klassischem Rot wurden verstärkt gekauft. Besonders touristische Gäste nahmen die einzelne Glaskugel, handbemalt mit Winterlandschaften, und Logo-Artikel wie Tassen oder Stofftasche gerne mit nach Hause. Stark winterlich ausgerichtete Produkte wie zum Beispiel Fell- oder Wollwaren waren nicht so stark nachgefragt wie Spielzeug, schöne Dinge des Kunstgewerbes oder originelle Kleinigkeiten aus Seife, Wachs oder Papier. Nach wie vor achteten die Käufer auf Qualität des Produktes, gute Beratung durch die Standlleute und Präsentation der Waren. Der Kripperlmarkt, der am Rindermarkt heimisch geworden ist, lockte Krippenfreunde aus aller Welt an, die für ihr Hobby Zubehör und Figuren orderten.
Glühwein, Punsch oder Feuerzangenbowle wurde in geselliger Runde nach Feierabend verkostet; die Umsätze blieben hier wie bei den Speisen stabil zum Vorjahr. Zu einem zünftigen Christkindlmarktbesuch gehören Bratwurstsemmel, Reiberdatschi (Kartoffelpuffer) und die Tüte gebrannte Mandeln einfach dazu.
15 Jahre Himmelswerkstatt
Als 1994 auf Initiative von Tourismusdirektorin und Christkindlmarktleiterin Dr. Gabriele Weishäupl die Himmelswerkstatt ins Leben gerufen wurde, begann eine Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. 1223 Kinder besuchten in diesem Jahr das kostenlose Aktionsprogramm für sechs- bis Zwölfjährige, das im Auftrag des Tourismusamts und der Marktkaufleute vom Münchner Kinder- und Jugendmuseum organisiert wird. Auch bei ausländischen Kindern ist die Himmelswerkstatt in der prächtig ausstaffierten Ratstrinkstube im Rathaus sehr beliebt. Junge Christkindlmarktgäste aus Italien, Frankreich, Russland, Spanien, Tschechien, Irland und aus Dubai bastelten unter der kundigen Anleitung von Pädagogen und Künstlern um die Wette. Die Holzwerkstatt hat besonders die Buben begeistert, die Mädchen zogen Mosaikarbeiten vor.
Großer Zuspruch für das Kunstprojekt
„StubenMusik“ von Monika Drasch
Das Kunstprojekt „StubenMusik“ von Monika Drasch servierte am Münchner Christkindlmarkt Fans der Neuen Volksmusik und Münchner Kabarettszene ein besonderes Schmankerl . An den vier Adventssonntagen sangen und musizierten Monika Drasch, Luise Kinseher, Traudi Siferlinger, Veronika von Quast und der Zither-Manä mit Laiensängern und -sängerinnen in einer zur „guten Stubn“ umfunktionierten Marktbude am Marienhof. Die Gäste des Christkindlmarkts bestaunten in großer Zahl die Aktion und freuten sich über die Adventsmusik am Marienhof in der Marktgasse weihnachtlicher Erinnerungen. Das Kunstprojekt „StubenMusik“ entstand auf Initiative des Tourismusamts München als Veranstalter in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München, das auch die Finanzierung des Projekts zusammen mit dem Tourismusamt und den Marktkaufleuten des Christkindlmarktes übernahm.
Weihnachtsfeier mit Radio Bayern 1 am Kripperlmarkt
Eisige Temperaturen hielten Bayern-1-Moderatoren Tilmann Schöberl, Uwe Erdelt und Arthur Dittlmann sowie das Redaktionsteam von „Mittags-in-München“ nicht davon ab, 90 Minuten lang das zahlreich erschienene Publikum am Kripperlmarkt in vorweihnachtliche Stimmung bringen. Zur heiter-besinnlichen Weihnachtsfeier trugen Tanja Gronde, David Herting, Christine Kerler, Julie Metzdorf, Ute Rauscher, Johannes Roßteuscher, Hedwig Thomalla, Stefan Trinkl und Sabine Weis mit Musik und Gedichten bei. Auch Marktleiterin und Tourismusdirektorin Dr. Gabriele Weishäupl ließ es sich nicht nehmen, zusammen mit dem Bayern-1-Team und den überaus gesangsfreudigen Besucherinnen und Besuchern des Kripperlmarktes Weihnachtslieder zu singen.
Marktkaufleute aktiv
Die Marktkaufleute des Münchner Christkindlmarkts zeigten Flagge wenn es darum ging, Bedürftigen – ob alt oder jung - zur Weihnachtszeit eine Freude zu machen. Erstmals in diesem Jahr gaben die Beschicker eine Geldspende in Höhe von 2.000 Euro an „Lichtblick Hasenbergl“, einer Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge. Damit unterstützen sie Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren, die einen besonderen Förder- und Fürsorgebedarf haben. Bereits seit 1973 laden die Marktkaufleute des Christkindlmarktes zusammen mit den Wirtsleuten des Ratskellers bedürftige Münchner Seniorinnen und Senioren zu einer Weihnachtsfeier ein. Auch in diesem Jahr wurden 50 vom Sozialamt ausgewählte Gäste mit einem gutem Essen und Geschenken verwöhnt.
Ein großer Dank geht an die Marktkaufleute des Münchner Christkindlmarktes für die Finanzierung des attraktiven Rahmenprogramms: Die tägliche Livemusik vom Rathausbalkon wurde von vielen Gästen aus nah und fern gezielt besucht. Stubnmusik-Ensembles, Dreigesang-Gruppen, Chöre und Bläsergruppen interpretierten stimmungsvoll bairisches und internationales Adventsliedgut. Namhafte Künstler wie Adi Stahuber mit seiner Isartaler Blasmusik oder die Familie Rehm tragen zur Beliebtheit des musikalischen Angebots bei.
Die Münchner Krampusgruppe „Sparifankerl-Pass“ zog bei ihren zwei Läufen über den Christkindlmarkt wieder große Aufmerksamkeit auf sich. Das altbairische Brauchtum des Krampuslaufens ist bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit den sogenannten „Klaubaufs“ in München historisch belegt. Besonders Touristen sind vom Auftreten der wilden Gesellen begeistert. Der Nikolaus beschenkte täglich die Kinder mit Apfel, Nuss und Mandelkern. Am Nikolaustag hielt der heilige Mann mit der Bischofsmütze vor großem Publikum eine Ansprache vom Rathausbalkon.
Die kostenlosen kulturhistorischen Christkindlmarkt-Führungen „Über Bratäpfel und Fatschnkindl“ wurden erstmals auch für Schulklassen angeboten. Mehr als 230 Schulkinder bekamen von offiziellen Gästeführern der Stadt Einblick in die Kulturgeschichte des Weihnachtsmarktes. Am ersten Adventssonntag wurden 55 Christkindlmarktgäste über den Markt geführt, die bei bestem Wetter alles über Brauchtum und Geschichte des traditionsreichen Weihnachtsmarkts und größtem Kripperlmarkt in Deutschland erzählt bekamen.
Trotz Wirtschaftskrise und Wetterkapriolen stabile Umsätze
Zufriedenstellender Schlussbericht des Münchner Christkindlmarktes 2009