Traditionsbewusst, aber nicht altertümelnd

Budendorf zu Füßen des gotischen Ulmer Münsters schließt heute

22.12.2010 - Seiner Tradition durchaus bewusst, doch nicht altertümelnd, ganz wie die Stadt selbst, so zeigte sich der Ulmer Weihnachtsmarkt 2010 – ganz wie in den Jahren zuvor. Wieder waren etwa eine Million Besucher in die Stadt an der Donau gekommen, um zu bummeln, zu staunen, aber auch um zu genießen und zu kaufen. Dabei konnten sie in mehr als 120 Buden aus einem reichhaltigen Angebot schöpfen. Heute schließt das Budendorf zu Füßen des gotischen Ulmer Münsters seine Pforten für dieses Jahr.

Viele Besucher interessierten sich für Erzgebirgsartikel und Lederaccessoires, Holzspielwaren und Christbaumschmuck oder Spekulatiusformen und Springerlesmodel. Nachgefragt wurden nicht nur Puppen und Korbwaren, sondern auch Krippenfiguren und Gewürze. In den Mittelpunkt des Interesses rückten handgefertigte Kerzen und Keramik, Schuhwaren und Kunstgewerbe, aber auch Keramik und Plüschtiere, Salzteigschmuck und Baumbehang aus Honiglebkuchen.

Nicht nur die Buden verliehen dem WeihnachtsMarkt schon seinen besonderen Reiz, sondern auch die kulinarischen Elemente: Glühwein duftet und konkurriert mit gebrannten Mandeln, schwäbische Spezialitäten wie Schupfnudeln und Rote warten auf die Genießer, Pralinen und Schokoladen werden vor den Augen der Besucher hergestellt, Baumkuchen werden gebacken und Crêpes und Waffeln. Dies war vielleicht mit der Grund, warum ein Stand mit leckeren Köstlichkeiten die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zog.

Bei der jährlichen Hüttenprämierung der schönsten Weihnachtsmarktstände statt. wurden die Sieger in den Kategorien „Imbiss-Süßwaren-Glühwein“, „Geschenkartikel“ und „Weihnachtsartikel“ ermittelt. Gunter Czisch Erster Bürgermeister Ulms, verlieh den jeweiligen glücklichen Gewinner als Trophäe je einen Engel aus Glas. Die diesjährigen Gewinner sind:
- Gabriele Hirschberger, Stand Nr. 5 (Imbiss und Getränke)
- Lothar Rösch, Stand Nr. 18 (Geschenkartikel) sowie
- Ernst Frick, Stand Nr. 113 (Weihnachtsartikel).

Markt besitzt Tradition

Sind es gut 550 oder nur etwas mehr als 430 Jahre? Der Ulmer WeihnachtsMarkt kann auf eine lange Tradition zurück blicken. Die wurde auch im Jahr 2010 besonders gefeiert – zum 26. Mal gab es den WeihnachtsMarkt in seiner heutigen Form, als „eigenes Dorf“ mitten in der Stadt, auf dem Münsterplatz.

Eine Wintermesse als direkter Ahnherr des heutigen WeihnachtsMarkts taucht um 1445 aus dem Dunkel der Geschichte auf. Im Jahr 1781 besuchten, vermeldete die damalige Ulmer Zeitung, 839 Händler den Nikolausmarkt, 1783 waren es gar 881. Sie kamen aus Augsburg, Kempten, Schaffhausen, Basel, Straßburg, sogar aus Mailand und Moskau – Ulm war in dieser Zeit ein wichtiger vorweihnachtlicher Handelsplatz für das Main- und Donau-Gebiet, es gab englische, französische und italienische Luxusartikel, Baumwolle und Baumwollprodukte.

1805 zog die Messe um auf den Münsterplatz – schon als Kombination aus Krämer- und Vergnügungsmarkt. „Es gab Schaubuden, Elefanten, Kasperletheater, schließlich auch Karussells“, beschreibt ein Ulmer Chronist.

Den letzten tief greifenden Umschwung erlebte der WeihnachtsMarkt vor nunmehr 26 Jahren, also 1984: Damals wurde daraus der Markt, wie er sich seitdem mit seinem einheitlichen Bild von Buden und Gassen auf dem Münsterplatz präsentiert.



Weihnachtsmärkte

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