Zwischen Tradition und Wandel

Münchner Christkindlmarkt 2011: Neuer Sternenplatzl“ am Rindermarkt

25.11.2011 - Ab heute zieht die Münchner Weihnachtsmarkt-Szene mit etwa 20 größeren oder kleineren Märkten im ganzen Stadtgebiet Touristen wie Einheimische geradezu magisch an. Zu den beliebtesten Weihnachtsmärkten gehört der traditionsreiche Münchner Christkindlmarkt mit seinem speziellen Münchner Flair.

Bautätigkeiten und archäologische Grabungen am Marienhof bedingten in diesem Jahr eine Umstrukturierung des Münchner Christkindlmarktes. Die Budenstraße parallel zur Schrammerstraße zog als „Sternenplatzl“ auf den Rindermarkt um, der dortige Kripperlmarkt bekam dafür seinen historisch verbrieften Platz in der Neuhauser Straße zurück. Die bespielte Fläche vergrößerte sich dadurch von 22.000 Quadratmeter auf etwa 25.000 Quadratmeter Nutzraum.

Der Münchner Christkindlmarkt wird organisiert und veranstaltet vom Tourismusamt der Landeshauptstadt und findet vom 25. November bis zum 24. Dezember rund um den Marienplatz statt.

Die Eröffnung

Heute, am Freitag, 25. November, erwarten die Marktkaufleute bereits ab 10 Uhr die ersten Kunden auf dem Münchner Christkindlmarkt. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude wird den Traditionsmarkt offiziell um 17 Uhr eröffnen. Dabei übergibt Andreas Egger, Bürgermeister der diesjährigen Baumspendergemeinde Aschau im Zillertal, den Christbaum an die Münchner Bevölkerung. Die Isartaler Blasmusik unter Leitung von Adi Stahuber, und die Bundesmusikkapelle Aschau im Zillertal sorgen für die feierliche musikalische Untermalung.

Das Marktgebiet 2011

Der Münchner Christkindlmarkt findet mitten im Herzen der Innenstadt statt. Vom Marienplatz breitet sich die Budenstadt auf einer Fläche von rund 25.000 Quadratmetern sternförmig in die Weinstraße und Kaufinger Straße bis erstmals zum Richard-Strauss-Brunnen in der Neuhauser Straße aus. Ein beleuchteter „Sternenweg“ führt über die Rosenstraße zum neuen „Sternenplatzl“ am Rindermarkt, wo unter Sternenbäumen zum Verweilen eingeladen wird.

Neu: Der Kripperlmarkt in der Neuhauser Straße

In diesem Jahr wechselt der Kripperlmarkt an den neuen Standort am Richard-Strauss-Brunnen in der Neuhauser Straße. Der Kripperlmarkt des Münchner Christkindlmarktes kehrt dadurch heim an seinen Ursprung. Bereits 1597 präsentierten die Jesuiten in der St.-Michaels-Kirche in der Neuhauser Straße, unweit des heutigen Richard-Strauss-Brunnens, den Münchner Gläubigen erstmals eine Krippe. Im 17. Jahrhundert begann der Aufschwung des Krippenmacherhandwerks in Süddeutschland und Tirol. Im Zuge dessen verkauften „Krippenwarenhändler“ ihre Ware auf Krippenmärkten.

So auch in München, wo in der Kaufingerstraße seit dem 14. Jahrhundert eine Nikolaidult als Vorläufer des heutigen Christkindlmarktes belegt ist. „Nach Streitereien zwischen einheimischen und auswärtigen Krippenhändlern“, so der Chronist Alfons Schweiggert, „wurde 1757 in München die Nikolausdult und der Krippenmarkt geteilt. Während letzerer den Platz der alten Nikolausdult um die St.-Michaels-Kirche beibehielt und die Standlbesitzer ihre Waren dort fünf Wochen lang – vom ersten Advent bis Heiligdreikönig – verkaufen durften, verbannte der Magistrat die weltlichen Waren auf den Promenadenplatz“.

In München zog der Kripperlmarkt noch mehrmals um bis er nach dem Zweiten Weltkrieg wieder mit dem Christkindlmarkt vereint wurde. Von 1972 an fand er am Marienhof seinen Platz, musste aber wegen Umbau des U-Bahnhofs Marienplatz 2003 auf den Rindermarkt übersiedeln, wo der Spezialmarkt bis letztes Jahr Treffpunkt der Krippenfreunde aus aller Welt war.

Auch am neuen alten Standort bietet der wohl größte Krippenmarkt Deutschlands eine umfassende Auswahl an Krippen und Zubehör: Fatschenkind und Jesulein für die Miniaturkrippe, Ochs und Esel, Maria und Josef – das Angebot an Krippenfiguren
ist fast unermesslich. Spielt der Geldbeutel mit, können hochwertige Schnitzwerke aus Südtirol, Oberammergau oder dem Erzgebirge erstanden werden. Plastikfiguren, handlich, bruchsicher und täuschend holzähnlich sind für die junge Familie geeignet. Prachtvolle Krippenensembles warten auf Käufer. Bastler werden fündig bei der Beschaffung von Stroh und Spreu für den Stall, Laternen oder Leuchtsternen.

Neu: Das Sternenplatzl am Rindermarkt

Die „Marktgasse weihnachtlicher Erinnerungen“, die seit 2008 als nostalgischer Themenweg eine Bereicherung des Münchner Christkindlmarktes darstellte, muss den archäologischen Grabungen am Marienhof weichen und hat als „Sternenplatzl“ am Rindermarkt in diesem Jahr eine neue Heimstatt gefunden. Die Bäume am Rindermarkt sind romantisch mit leuchtenden Sternen dekoriert, die das Anheimelnde des kleinen Platzes hinter dem Ruffinihaus unterstreichen. Ein Platz zum Wohlfühlen am Rauchwerkstandl und zum Stöbern beim Tandler, zum Treffen mit Freunden auf einen Becher Feuerzangenbowle mit Pfeffernuss und Lebkuchen. Von Kaiserschmarrn bis Schweinsbraten, von Bratapfel bis Qualitätsstollen, Bavesen und Schokoladenspezialitäten reicht das kulinarische Angebot. Auch süße „Sternthaler“ werden am Sternenplatzl angeboten. Adventskalender und alter Christbaumschmuck können ebenso erstanden werden wie Muskatmühlen aus heimischen Hölzern.

Neu: 20x Budenzauber – Entdeckerspiel über den Christkindlmarkt

Ein besonderes Gemeinschaftserlebnis für Familien im Advent bietet das Tourismusamt in Zusammenarbeit mit dem Kultur & Spielraum e.V. und den Marktkaufleuten des Christkindlmarktes. Das neue Entdeckerspiel „20 x Budenzauber“ führt zu 20 über das Marktgebiet verteilten Stationen, an denen die Mitspieler je ein Puzzleteil erhalten. Am Ende der Entdeckertour fügen sich alle Teile zu einer historischen Ansicht des Münchner Christkindlmarkts zusammen. Zusätzlich sind die Puzzleteile mit Wissenswertem rund um den traditionellen Weihnachtsmarkt versehen, es stehen Bastelanleitungen darauf oder auch Kochrezepte passend zur Adventszeit.

Aktiv zum Mitmachen und Ausprobieren laden Marktkaufleute in historischen Kostümen ein, die auch so brennende Fragen wie „Seit wann gibt es den Münchner Christkindlmarkt“ oder „Was wurde früher hier verkauft und von wem“ beantworten. Das Entdeckerspiel „20 x Budenzauber“ findet an allen vier Adventssonntagen statt und ist familienfreundlich so konzipiert, dass die Kinder die Strecke nach Belieben unterbrechen und an einem anderen Sonntag fortsetzen können. Vor Beginn der Tour, die für Kinder ab sechs Jahren geeignet ist, können die zur Orientierung notwendigen Entdeckerpläne in der Stadtinformation im Rathaus kostenlos abgeholt werden.

An den vier Adventssonntagen 27.11., 4.12., 11.12. und 18.12., jeweils von 13 bis 18 Uhr. Die letzte Ausgabe der Entdeckerpläne erfolgt um 16 Uhr.

Christkindlmarkt online unter www.christkindlmarkt-muenchen.de für alle, die sich bequem von zuhause über das vorweihnachtliche Treiben im Herzen Münchens orientieren wollen.



Weihnachtsmärkte

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