27.11.2009 - Das Christkind eröffnete mit dem feierlichen Prolog „seinen“ weltberühmten Christkindlesmarkt. Bis zum Heiligen Abend erwartet Nürnberg wieder viele Gäste aus aller Welt. Im vergangenen Jahr zog der Markt mehr als 2,2 Millionen Besucherinnen und Besucher an. Der Nürnberger Christkindlesmarkt gehört zu den ältesten Weihnachtsmärkten in Deutschland und wurde als „Kindles-Marck“ erstmals 1628 schriftlich erwähnt.
„Ihr Herrn und Fraun, die Ihr einst Kinder wart,
Ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt,
ein jeder, der sich heute freut und morgen wieder plagt:
Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt!“
So beginnt der Prolog, mit dem alljährlich am Freitag vor dem 1. Advent das Nürnberger Christkind „seinen“ Markt eröffnet. Am heutigen Freitag, 27. November, war es wieder soweit. Die Symbolgestalt des Nürnberger Christkindlesmarktes hatte ihren großen Auftritt – sorgsam beäugt von tausenden neugierigen Augen. Pünktlich um 17.30 Uhr erloschen die Lichter in den Buden und den Häusern am Hauptmarkt. Die 17-jährige Schülerin Johanna Heller sprach als 21. gewähltes Christkind erstmals den Text zum Auftakt des berühmten Christkindlesmarkts.
Historische Kulisse
Der besondere Charme liegt in der historischen Kulisse auf dem Nürnberger Hauptmarkt mit Frauenkirche, Schönem Brunnen und Blick auf die gotische Altstadtkirche St. Sebald. Das „Städtlein aus Holz und Tuch“ aus rund 180 Buden mit rot-weißen Stoffdächern bildet ein weihnachtliches Ensemble. Großen Wert legen die Veranstalter auf ein traditionelles Warenangebot. Neben den typischen Nürnberger Lebkuchen und Früchtebrot können die Besucher Süßwaren, Spielzeug, Weihnachts- und Christbaumschmuck sowie Kunstgewerbe erwerben. Zur Stärkung gibt es unter anderem Glühwein und Nürnberger Rostbratwürste.
Interessant ist auch ein Bummel über den Markt der Partnerstädte, auf dem Kunsthandwerk und Spezialitäten aus Ländern wie Nicaragua, China, Schottland, Spanien, Rumänien oder der Ukraine zu finden sind. Die kleinen Besucher kommen auf der Kinderweihnacht mit historischen Fahrgeschäften, bei einem Kinderkulturprogramm im Sternenhaus und Fahrten mit einer historischen Postkutsche auf ihre Kosten.
Text bezieht sich auf Situation nach dem Krieg
Die Eröffnungszeremonie gehört zu den Hauptaufgaben des Nürnberger Christkinds. Eröffnung und Prolog blieben während der vergangenen Jahrzehnte nahezu unverändert. Der Text stammt aus der Feder des Dramaturgen Friedrich Bröger, einem Sohn des Nürnberger Arbeiterdichters Karl Bröger, und wurde in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts mehrmals leicht verändert. Im Kern bezieht er sich auf die Situation und die Umgebung des Markts im Jahr 1948, als nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals wieder der Christkindlesmarkt in Nürnberg stattfand.
Zu den weiteren „Pflichten“ des Christkinds zählen in der Zeit vor Weihnachten vor allem die Auftritte auf dem Markt und der Kinderweihnacht und mehr als 170 weitere Termine in karitativen Einrichtungen. Besuche in Altenheimen, Kindergärten, Behinderteneinrichtungen und Krankenhäusern bereiten viel Freude.
Märchenstunde im „Sternenhaus“
An jedem Dienstag und Donnerstag hält das Nürnberger Christkind von 14 bis 14.30 Uhr eine Märchenstunde im „Sternenhaus“ im Katharinensaal der Stadtbibliothek. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag besucht es von 14.30 bis 15 Uhr die Kinderweihnacht auf dem Hans-Sachs-Platz und zwischen 15 und 16 Uhr „seinen“ Christkindlesmarkt.
Geöffnet ist der Christkindlesmarkt am Eröffnungstag, Freitag, 27. November 2009, von 9.30 bis 22 Uhr. Von Samstag, 28. November, bis Mittwoch, 23. Dezember, gelten folgende Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9.30 bis 20 Uhr, Freitag und
Samstag 9.30 bis 22 Uhr und Sonntag 10.30 bis 20 Uhr. Am Schlusstag, dem 24. Dezember, öffnet der Markt von 9.30 bis 14 Uhr seine Pforten.
Ausführliche Informationen rund um den Christkindlesmarkt finden sich unter www.christkindlesmarkt.de.
„Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt!“
Nürnberger Christkindlesmarkt mit feierlichem Prolog eröffnet