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Schweden: Julbier in der Julstube

Die
Zeit der Winterstürme, die Julzeit der Germanen mit ihren heidnischen
Bräuchen, prägte in Schweden die Weihnachtssitten. So ist der
Julbock, ein aus Stroh geflochtener Steinbock, noch heute ein beliebtes
Accessoire unterm Weihnachtsbaum.
 Einer
jener alten Ernte- bzw. Mittwinterbräuche, aus denen die Sehnsucht
der Menschen nach der Wiederkehr der Sonne und dem Erwachen der Natur sprach,
war zum Beispiel das Auslegen von Julgarben für die Vögel. Kamen
viele zum Haus, um die Körner zu fressen, deutete das auf ein erfolgreiches
Jahr für den Hof und die Familie hin.

Zum Julfest gab
es Julbier und Julbrot, gefeiert wurde in der Julstube und geschlafen auf
Julstroh. Die Julzeit dauerte bis zum 13. Januar, dem nach dem dänischen
Großkönig Knut IV. benannten St-Knuts-Tag.

Knut IV. regierte von 1080 bis 1086 in Dänemark
und galt in der Bevölkerung als fromm und besonders großzügig.
In Geschichtsbüchern trägt er den Beinamen "der Heilige".
An seinem Ehrentag, der in ganz Skandinavien das Ende der Weihnachtszeit
markiert, wird noch einmal festlich getafelt und der Weihnachtsbaum vor
die Tür gesetzt. Einige Bräuche aus der Julzeit sind auf dem Lande
bis in die Neuzeit erhalten geblieben.
 Ein
weiterer Feiertag, der in den Beginn der Julzeit fällt, ist der St.-Lucia-Tag
am 13. Dezember. Er ist einem jungen Mädchen - namens Lucia - gewidmet.
Es soll der Sage nach einst den gefährlichen Weg übers Eis beschritten
haben, um den von der Außenwelt abgeschnittenen Menschen zu Essen
und zu Trinken zu bringen. In der italienischen Variante lebte die Heilige
Lucia zur Zeit der Christenverfolgung in Rom. Sie versorgte die in den Katakomben
eingeschlossenen Gläubigen mit Wasser und Brot.

Zu Lucias Ehren kleiden die Schweden am Tag der Wintersonnenwende die älteste
Tochter in ein weißes Kleid und bescheren die Familie mit heißer
Schokolade und Zimtstangen.



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