Weihnachten in Asien

Sitten, Riten und Legenden aus allen Erdteilen

Indien: Leuchtende Palmen

Weihnachten in Indien? Ein christliches Fest im Land der Hindus und Muslime? Was auf den ersten Blick vernachlässigbar erscheint, ist durchaus ein bemerkenswerter Faktor. Denn wenngleich der Anteil der Christen in Indien nur bei rund 2,4 Prozent liegt, so sind das bei mehr als einer Milliarde Menschen, die in dem Land leben, das sich vom Himalaya bis zur Südspitze des südasiatischen Subkontinents erstreckt, immerhin stolze 24 Millionen Christen, die meisten von ihnen Katholiken.

Und die verstehen durchaus, Weihnachten zu feiern! Den Gegebenheiten des Landes entsprechend, haben sie die in Europa üblichen Bräuche abgewandelt. Anstelle von Tannen oder Fichten schmücken die indischen Christen Palmen, Bananenstauden oder Mangobäume mit bunten Lichterketten.

Farbenfroh präsentieren sich in der Vorweihnachtszeit auch die Häuser der in Indien lebenden Christen. Die Gebäude werden mit Mangoblättern dekoriert, und in manchen Landstrichen ergänzen kleine Öllampen aus Ton die Dekoration. Diese werden auf den Rändern der Flachdächer aufgereiht oder sie flackern auf Mauern. Diesen, vor allem im Süden Indiens verbreiteten Brauch haben sich die Christen von den Hindus "abgeguckt", die so ihr Lichterfest "Diwali" begehen.

Egal wie, bunt ist Trumpf bei der indischen Weihnacht. In manchen Regionen erinnern bemalte Glocken und Christbaumkugeln sowie Sterne aus Gold- und Silberfolie schon eher an das Fest europäischen Zuschnitts als etwa besagte geschmückte Palmenstämme.

Zur Weihnachtsmesse werden die Kirchen ebenfalls schön herausgeputzt: Mit einer Vielzahl brennender Kerzen und jeder Menge leuchtend roter Poinsettias. Diese Topfblumen stammen urprünglich aus Mexiko und sind nach dem ersten amerikanischen Botschafter in Mexiko, Joel Poinsett, benannt. Dieser brachte die Blumen 1828 erstmals in die USA. Die Mexikaner betrachteten sie damals als Symbol für den Stern von Bethlehem.

Bei den mitunter mehrstündigen Mitternachtsmessen wird viel gesungen, zu Hause frönen die indischen Christen neben dem Gesang auch fröhlichen Tänzen.

Geschenke erhalten in erster Linie die Kinder, aber auch die Angestellten. Für das Familienoberhaupt ist es Zeichen der Verehrung, wenn ihm von den Seinen eine Zitrone überreicht wird, verbunden mit den besten Wünschen für Glück und Erfolg. Ein Präsent, das in Deutschland beim Beschenkten wohl eher Verwunderung auslösen würde.


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