Weihnachten in Asien

Sitten, Riten und Legenden aus allen Erdteilen

Japan: "Shinnen omedeto"

Nicht nur in Sachen Export sind die 125 Millionen Japaner Spitze. Auch beim Importieren von Bräuchen legen die Söhne und Töchter Nippons einen erstaunlichen Ehrgeiz an den Tag. Siehe Münchner Oktoberfeste im fernen Osten und siehe auch die Verbreitung christlicher Weihnachtssitten in einem Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung Schintoisten oder Buddhisten sind.

Christliche Missionare brachten das Weihnachtsfest einst nach Japan. Doch lange Zeit hatte lediglich der zum christlichen Glauben konvertierte Teil der Bevölkerung zu Weihnachten sein Haus geschmückt.

Inzwischen erfreut sich vor allem der Brauch, sich zu Weihnachten zu beschenken, immer größerer Beliebtheit. Und so kommerzialisierten die Handelsleute das Fest nach westlichem Vorbild. Schon viele Wochen vor den eigentlichen Festtagen trimmen die Inhaber ihre Verkaufsgeschäfte auf Weihnachten, zumeist bonbonbunt. Auch ein Truthahnbraten am Weihnachtstag (nach amerikanischem Vorbild) und ein Weihnachtsbaum sind in den japanischen Wohnstuben dieser Tage keine Seltenheit mehr. Die Häuser werden vielerorts mit Mistelzweigen und Immergrün dekoriert und mancherorts erklingen sogar weihnachtliche Lieder.

Hoteiosho - der japanische WeihnachtsmannDie Geschenke bringt in Japan der "Hoteiosho", der Weihnachtsmann und Krampus in einer Person ist. Ursprünglich war der "Hoteiosho" ein Priester, ähnlich dem St. Nikolaus, und auch er wird als alter Mann mit einem großen Sack auf dem Rücken dargestellt. Der Legende nach hat der "Hoteiosho" Augen im Hinterkopf und achtet besonders auf das Benehmen der Kinder. Für die kleinen Japaner ist es deshalb ratsam, brav zu sein, wenn er in ihrer Nähe ist, weil der "Hoteiosho" alles sieht, wie die Legende meint.

Das wichtigste traditionelle Fest im japanischen Kalender ist aber "Oshugatsu" - das Neujahrsfest, das ebenfalls am 1. Januar beginnt, aber sieben Tage dauert. Am Silvesterabend reinigen die Japaner ihre Häuser und Wohnungen von oben bis unten und schmücken sie für den nächsten Tag. Danach werfen sich die Japaner in ihre schönsten Kleider und das Neujahrsfest kann beginnen.

Die ersten drei Neujahrstage sind Ruhetage. Zumeist verbringt die gesamte Verwandtschaft diese Tage zusammen. Man verzehrt traditionelle Neujahrsspeisen, wie z.B. "Omochi" (Reiskuchen), "Osechiryori" (Neujahrsgerichte).

Anfang Februar werden dann die bösen Geister aus dem Hause vertrieben.
Bei diesem Brauch folgten früher alle Familienmitglieder dem
Familienoberhaupt, der in alle Ecken des Hauses getrocknete Bohnen
streute. Heutzutage, im Zeitalter der Emanzipation, werden die Bohnen
von der ganzen Familie verstreut.


Weihnachtsmärkte

Wir haben sie! Die Termine der wichtigsten Weihnachtsmärkte rund um den Globus: