Weihnachten in Europa

Sitten, Riten und Legenden aus allen Erdteilen

Italien: Saturnalien und rote Unterwäsche

Im katholischen Italien verweisen einzelne Weihnachtsbräuche noch auf die Ursprünge dieses christlichen Festes. So beginnt die Weihnachtszeit acht Tage vor dem 25. Dezember. Zur gleichen Zeit begannen im antiken Rom die Saturnalien - die Feiern zu Ehren des Gottes Saturn. Papst Hyppolit hatte im Jahr 217 n. Chr. die Feiern zu Ehren der Geburt Christi angeregt, um ein Gegengewicht zu diesen heidnischen Festen der Römer zu schaffen. Auch in Italien endet die Weihnachtszeit am Dreikönigstag.

Feierlicher Höhepunkt der italienischen Weihnacht sind die Tage des 24. Und 25. Dezember. 24 Stunden vor Heilig Abend wird nach katholischem Ritus streng gefastet. Bei Sonnenuntergang am 24. Dezember wird die heilige Zeit mit einem Kannonenschuss vom Kastell San Angelo in Rom offiziell eröffnet. Pünktlich um neun Uhr abends finden in allen Kirchen des Landes feierliche Gottesdienste statt. Danach treffen sich die Familien zu einem großen - meist fleischlosem - Festessen, dem Pranzo della Vigilia. Dabei werden auch kleine Präsente verteilt, aber nach dem Zufallsprinzip. Denn jeder zieht sein persönliches Geschenk aus der sogenannten "Urne des Schicksals". Ein ganz beliebtes Geschenk dabei ist übrigens rote Unterwäsche, die dann traditionell am Neujahrstag erstmals getragen wird.

Der eigentliche Geschenktag und damit der Höhepunkt der Weihnachtszeit für die Kinder ist aber der 6. Januar, der Dreikönigstag mit dem Fest La Befana. Befana ist eine Hexe, die den braven Kindern Geschenke, den unartigen aber die gefürchtete schwarze Kreide, Carbonata, bringt. Um letzteren die Schmach etwas zu versüßen kann man zur "Befana-Zeit" in den Geschäften Italiens die Carbonata in Lakritzform kaufen.

Nach dem 6. Januar wird auch in Italien der Weihnachtsschmuck wieder eingepackt, vor allem die kunstvoll gestalteten Krippen. Denn die Presipio (Krippe) ist das zentrale italienische Weihnachtssymbol. Die Kirchen, aber auch die Privatleute wetteifern zur Weihnachtszeit geradezu darum, wer die schönste Presipio hat. Für Touristen lohnt sich zu dieser Jahreszeit ein Besuch Neapels ganz besonders, denn die süditalienische Stadt ist eine Hochburg des Krippenbaus. Vor allem die "Straße der Krippenmacher" sollte auf keinem Besuchsprogramm fehlen.



Weihnachtsmärkte

Wir haben sie! Die Termine der wichtigsten Weihnachtsmärkte rund um den Globus: