Weihnachten in Europa

Sitten, Riten und Legenden aus allen Erdteilen

Russland: Väterchen Frost, Schneeflocke und Neujahr

Die christlichen Festtage in Russland richten sich nach dem Julianischen Kalender. Sie werden daher im Vergleich zu den Ländern, in denen der Gregorianische Kalender Gültigkeit hat, knapp zwei Wochen später begangen.

Auch ist es in Russland nicht der Weihnachtsmann, der die Kinder besucht, sondern Väterchen Frost. Der freilich - ein alter Mann mit langem roten oder weißen Mantel, einem flauschigen weißen Pelz um den Hals und einem großen Eiszapfen als Wanderstab - sieht dem Weihnachtsmann oder dessen amerikanischem "Kollegen" Santa Claus doch sehr ähnlich. Begleitet wird er auf seiner Gabentour, deren Ausgangspunkt stets der Nordpol ist, von dem Mädchen "Schneeflocke" und dem Jungen "Neujahr". Landauf, landab wird das Trio mit lauter Musik willkommen geheißen.

Wie überall auf der Welt, wo derartiges christliches Brauchtum gepflegt wird, fiebern auch in Russland die Kinder der Bescherung entgegen. Am 27. Dezember (gemäß gregorianischem Kalender) werden sie aktiv und schmücken in Kinderkrippen und Schulen die Weihnachtsbäume. Am 31. Dezember - wenn beispielsweise in Deutschland die ersten Geschenke schon wieder umgetauscht sind und das alte Jahr endgültig zur Neige geht - wird es dann für die Mädchen und Buben in Russland richtig spannend. Dann verkleiden sich die Kinder selbst als "Schneeflocke" oder "Neujahr", um den Begleitern von Väterchen Frost möglichst ähnlich zu sehen.

Zu "sehen" bekommen die Kinder den lang ersehnten Gast freilich höchst selten. Kein Wunder, denn der Pferdeschlitten von Väterchen Frost ist hoch beladen und Russland ist ein weites Land Ð es gibt viel zu tun für den himmlischen Paketdienst. So finden die Kinder ihre Geschenke zumeist erst am nächsten Morgen nach dem Aufstehen. So ist es ebenfalls kein Wunder, dass viele Mädchen und Buben an diesem Tag erstaunlich früh freiwillig aus den Federn kommen. Doch auch dann dürfen sie die unter dem Tannenbaum bereit liegenden Geschenke noch nicht öffnen. Zuerst heißt es: Erneut verkleiden, Gedichte aufsagen und um den Baum tanzen. Dann aber gibt es kein Halten mehr.

Die orthodoxen Christen feiern ihr Weihnachtsfest erst am 6. Januar als das "Fest der Erscheinung des Herrn". Im Mittelpunkt steht dabei ein außergewöhnlicher, zumeist mehrstündiger Gottesdienst.

Die Weihnachtszeit endet in Russland am Neujahrstag, also dem 11. Januar gregorianischer Zeitrechnung. Dann werden auch die Tannen wieder "entkleidet" - und das gute, alte Väterchen Frost und seine zwei jugendlichen Begleiter sind da ohnehin schon längst wieder zu Hause.



Weihnachtsmärkte

Wir haben sie! Die Termine der wichtigsten Weihnachtsmärkte rund um den Globus: