Der Weihnachtsstern - die Geschichte einer Blume

Weihnachtsstern, Christmas Star, Mexican Flameleaf, Adventsstern, Poinsettie - immer ist die Pflanze mit dem lateinischen Namen "Euphorbia pulcherrima" gemeint.

Joel Poinsette, damals Gesandter der Vereinigten Staaten in Mexiko, entdeckte die später nach ihm benannte Pflanze im Jahre 1828 in den Hochebenen Mexikos. Bald schon gelangte die ansprechende Blume nach England. Bereits 1834 wurde sie in Berlin von Johann Friedrich Klotzsch botanisch beschrieben.

Der Weihnachtsstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen (Euphorbiaceae). Alleine schon die grünen gezackten Blätter des Weihnachtssterns sind eine Zierde, begehrt ist die Pflanze aber insbesondere wegen der bunten Hochblätter (Brakteen), die sich um die eigentlichen kleinen, grün-gelben Blüten in der Mitte gruppieren. Diese Brakteen sind ursprünglich karminrot. Pulcherrima bedeutet "am schönsten" - und mit ihrer Anmut erfreut uns die zum Symbol der Geburt Christi gewordene Pflanze zur Advents- und Weihnachtszeit.

Den Bezug zum Weihnachtsfest stellt eine mexikanische Geschichte her. Ein kleiner schmächtiger Junge stand vor einer Kirchentüre und wünschte sich von ganzem Herzen, dem Christkind ein Geschenk bringen zu können. Aber er war arm und hatte nichts als sich selbst. "Ich könnte wenigstens beten", dachte er sich und kniete still an der Außenwand der Kirche nieder, denn ohne Geschenk wollte er nicht nach drinnen vor die Krippe treten. Als er sich dann wieder erhob, war er überrascht, an der Stelle, an der er gekniet hatte, eine wunderschöne Pflanze mit roten Blättern und kleinen gelben Blüten zu entdecken. Ein Wunder war geschehen. "Das ist mein Geschenk!" flüsterte der Junge.

Die Urformen des Weihnachtssterns kommen aus den Hochebenen Mexikos, wo die Temperaturen von plus 2 Grad Celsius im Winter bis über 30 Grad Celsius im Sommer reichen. Dort kann man sie als bis zu fünf Meter hohe Sträucher unter lichten Baumgruppen finden. Zwischenzeitlich zählt man über tausend Zuchtformen in verschiedenen Größen und Farben, die besser an die Zimmerkultur angepasst sind. Neben den ursprünglichen karmesinroten Brakteen gibt es nun auch sämtliche Schattierungen zwischen fast weiß über gelblich-grün bis zu den helleren Rottönen. Auch mehrfarbige Züchtungen, sogenannte Harlekine, werden angeboten.

Spezialisierte Gärtnereien vermehren heute in Europa die Pflanzen in riesigen Gewächshäusern vegetativ; nur für Neuzüchtungen erfolgen noch Aussaaten. Die Blüteninduktion, genauer die Ausbildung der Brakteen, erfolgt durch gezielte Lichtsteuerung. Acht Wochen lang darf der Weihnachtsstern nicht mehr als zehn Stunden Licht täglich abbekommen.



Weihnachtsmärkte

Wir haben sie! Die Termine der wichtigsten Weihnachtsmärkte rund um den Globus: