20 Meter hohe Krippendarstellung

Weihnachten wird in Quito, Ecuador, und seiner Umgebung ganz besonders gefeiert

Der Katholizismus ist in Ecuador stark verankert, daher spielt Weihnachten auch eine wichtige Rolle. Die Zeit der Feiertage gehört, wie in Deutschland, traditionell der Familie.

Besucher von Quito, der Hauptstadt Ecuadors, können im Dezember die Krippendarstellung, die auf der Spitze des Stadthügels El Panecillo thront, kaum übersehen. Von diesem Hügel auf 3016 Metern Höhe über dem Meer kann das komplette historische Zentrum Quitos und einiges mehr überblickt werden. Die 20 Meter hohe Krippendarstellung aus Metall, mit mehr als 60.000 Lichtern geschmückt, wurde zum sechsten Mal aufgebaut. Sie zeigt die Geburt Christi mit Joseph und den Heiligen Drei Königen. Die Krippe ist um die fest installierte Statue der Jungfrau Maria gruppiert, die aus 7.000 Aluminiumteilen besteht.

Diese Darstellung gehört zu den „Fiestas de Quito“, den traditionellen Weihnachtsfeiern im Dezember. An den neun Tagen vor Heiligabend, der so genannten „novena“, kommen Menschen zusammen, um Weihnachtslieder zu singen und für das Jesuskind zu beten. In einem der Lieder heißt es: „Ich bin ein armes Kind vom Panecillo, aber dem neu geborenen Christkind gebe ich pristinillos“ (pristiños sind eine traditionelle lokale Süßigkeit mit Sirup).

Die Prozession Pase del Niño

Im Advent feiern die Bewohner von Quito und Umgebung die Geburt Jesu auf ihre ganz besondere Weise. Zu den fröhlichsten Veranstaltungen gehört das Fest „Pase del Niño“, eine Prozession für das Christuskind, bei der die Kinder sich als Hirten, Engel, Könige oder Jungfrauen verkleiden. Sie ziehen um die Häuser, singen Weihnachtslieder und begleiten ein Bildnis von Jesus Christus zur nächsten Kirche.

Der „Pase del Niño“ findet in fast jedem Bezirk von Quito statt, der Umzug im historischen Zentrum zwischen der großartigen Kolonialarchitektur ist jedoch ein ganz besonders schönes Spektakel. Am 24. Dezember wimmelt es in den bekannten Vierteln von La Ronda, San Marcos und La Loma Grande von fröhlichen Kindern, die mit ihren Verkleidungen und ihrem Gesang für eine einzigartige Weihnachtstimmung auf den Straßen sorgen. Die größte religiöse Zeremonie der „Pase del Niño“ ereignet sich am 6. Januar bei der Kirche San Francisco, die in der Altstadt von Quito liegt.

Weihnachtskrippen aus Recyclingmaterial

Im Museum San Francisco (Museo Fray Pedro Gocial) werden seit Jahren Krippen ausgestellt. Die „Nacimientos“, wie die Figuren auf Spanisch genannt werden, sind in allen Größen und Formen zu sehen. Die Ausstellung zeigt etwa 100 dieser Kunstwerke, hergestellt von Studenten der Schule „Amigos del Belén“, Teil des Konvents San Francisco. Die Nacimientos werden aus recycelten Materialien wie Flaschen, Plastik, Sägespänen oder Karton hergestellt. In diesem Jahr wird die Ausstellung bis zum 9. Januar 2011 geöffnet sein und zum ersten Mal eine 40 Quadratmeter große Nacimiento präsentieren.

In Conocoto, elf Kilometer von Quito entfernt, wird eine spezielle Parade der Pase del Niño abgehalten, mit ñuñuchis (Riesenbroten), chamizas (kleinen Feuerstellen), Clowns, Feuerwerken und so genannten capariches, Tänzern mit Besen, die für die Sauberkeit der Straßen nach der Parade verantwortlich sind. In Cumbaya, einem der dichtestbesiedelten Täler um Quito herum, treten bei den Weihnachtsfeiern Bands auf, werden Feuerwerke veranstaltet, und es wird die traditionelle misa de gallo (Mitternachtsmesse) abgehalten. Auch in La Merced, einem Dorf im Südwesten von Quito, bekannt für seine Thermalbäder, tanzen die Bewohner in der Weihnachtszeit zu Livemusik. Die Feste gehen hier sogar bis in den Februar hinein, wenn schon der Karneval beginnt.

In Puembo, einem anderen Tal mit angenehmem Klima, wird Anfang Januar das Fest der Heiligen Drei Könige zelebriert. Die Bewohner kommen zusammen, um in Kostümen traditionelle Tänze zu tanzen und ausgiebig zu feiern.



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