Springerle und der Lebzelter

Ein traditionsreiches Handwerk

So manches traditionsreiche Handwerk wird längst nicht mehr praktiziert und vielfach wurde auch vergessen, welche Tätigkeiten und Lebensumstände dazu gehörten. Im Mittelalter kannte man noch den Lebzelter.

Der Ursprung dieses Namens ist nicht ganz geklärt. Darin enthalten sind "Leben" und auch "gebackener Laib", also Lebkuchen.

Anfang des 13. Jahrhunderts wurde diese Berufsbezeichnung erstmals nachgewiesen, Ende des 15. Jahrhunderts gab es dann auch im süddeutschen Raum die ersten Zünfte. Der Lebzelter war in den größeren Städten zu Hause, so auch in Nürnberg. Er vereinigte den Beruf des Metsieders (Honigweinherstellers),Wachsziehers und Konditors in einem. Seine Erzeugnisse waren Bildgebäck wie Springerle, Honiglebkuchen, Met und Kerzen. Er verarbeitete vor allem Erzeugnisse der Zeidler (Imker); und so fand man in Gegenden wie Nürnberg mit seinem Sebalduswald mehrere Vertreter dieses Standes.

Der Stolz jedes Lebzelters waren die Holzmodeln, die zur Ausformung der Springerle verwendet wurden. Diese Kunstwerke wurden ausschließlich aus Obstbaumholz gefertigt, wobei Birnbaum überwog. Die kleinen Brettchen maßen zumeist eine Handspanne und zeigten oft mehrere Bilder. Die Motive waren aus dem Alltag gegriffen: Früchte, Blumen, einzelne Figuren, seltene Tiere. Auch auf Wellhölzer wurden Formen geschnitzt. Sehr selten sind beidseitig beschnitzte Modeln.

Die meisten dieser Modeln sind verloren gegangen, und wer welche aus der guten alten Zeit besitzt, hält sie in Ehren. Neuere werden selten aus Birnbaum hergestellt, oft begnügt man sich mit Ahorn. Wirklich gute Modeln sind allesamt nicht billig.

In Heimatmuseen und in privaten Sammlungen sind zur Weihnachtszeit oft Ausstellungen mit Modeln zu sehen. Herrlich, wenn dann auch noch gezeigt wird, wie man Springerle richtig zubereitet. Mehl, Zucker, Ei, vielleicht ein wenig Hirschhornsalz, etwas Anis aufs Blech - mehr darf nicht sein. Den lustigen Namen "Springerle" trägt dieses schwäbisch-fränkische Weihnachtsgebäck wohl weil es beim Backen gut um die Hälfte aufgeht ( = springt). Wenn dann die Springerle mit ihrem klaren, weißen Relief und den weißgelben Fäßchen so verlockend auf dem Teller liegen, gehen einem Herz und Magen auf - aber das muss man wirklich selbst erleben.



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