Zauberkräfte und „Kuss-Recht“

Der Mistelzweig gehört zu den Weihnachtsbräuchen in England und Amerika

Der Volksmund kennt die Pflanze als „Bocksbutter“, „Druidenfuß“ oder „Hexenbesen“. Wer sich von diesen seltsamen Namen aber nicht abschrecken lässt und sich unter die Mistel stellt, wird belohnt – mit einem Kuss. Vor allem in England und Nordamerika ist der Brauch verbreitet, in der Vorweihnachtszeit einen Mistelzweig aufzuhängen.

Schon bei den Kelten galt die Mistel als heilige Pflanze. Druiden schnitten sie mit Goldenen Sicheln ab, dabei mussten sie besondere Vorsicht walten lassen. Fielen die Pflanzen auf den Boden, verloren sie ihre magischen Kräfte. Aus Misteln bereitete „Zaubertränke“ verliehen Kraft, Unbesiegbarkeit und schützten vor bösem Zauber.

Die Pflanze galt aber auch als Symbol des Friedens. Wenn sich Feinde unter einem Mistelstrauch begegneten, galt der Streit als beigelegt – zumindest für einen Tag. Aus diesem „Friedenskuss“ entwickelte sich in den englischsprachigen Ländern der Brauch, einen Mistelbusch im Zimmer oder an der Tür aufzuhängen. Zusammen mit der Stechpalme gehört die Mistel zu den unverzichtbaren Symbolen des Weihnachtsfestes.

Allerdings gehören feste Regeln zu dieser Weihnachtstradition: Für jeden Kuss muss eine Beere vom Mistelzweig gepflückt werden. Darum nannten die Engländer die Mistelfrüchte auch „Kusskugeln“. Wenn keine Beere mehr am Zweig hängt, ist es mit der Küsserei vorbei. Und: wenn eine Frau unter dem Mistelzweig stand, konnte sie den Kuss nicht ablehnen. In manchen Teilen Englands verbrannten die jungen Frauen und Männer den Zweig zwölf Tage nach Weihnachten, damit ihr Heiratswunsch in Erfüllung ging.




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