Laternenumzüge, Feuer und die „Martinsgans“

Um St. Martin ranken sich viele Sagen und Legenden

Viele Legenden und Sagen ranken sich um St. Martin, den namensgebenden Heiligen des 11. Novembers. Wer war Martin, der spätere Bischof von Tours, der einem frierenden Bettler die Hälfte seines Mantels schenkte? Der Martinstag markiert das Ende des Herbstes und den Beginn der Weihnachtszeit, zu ihm gehören nicht nur Laternenumzüge, Martinsbrezeln oder Martinsfeuer.

Martin soll um das Jahr 316 als Sohn eines römischen Militärtribuns in Pannonien, der damals römischen Provinz in Ungarn, geboren worden sein. Er genoss eine christliche Erziehung und musste auf Wunsch seines Vaters in den römischen Soldatendienst eintreten.

Im Winter 354 geschah nach der Legende das Ereignis, das sein Leben nachhaltig veränderte. Ein frierender Bettler bat Martin den Reiter am Stadttor von Amiens um Hilfe. Der nahm sein Schwert, teilte mit einem Streich seinen Umhang und gab dem Armen die eine Hälfte. In der folgenden Nacht soll ihm Jesus Christus erschienen sein. Danach ließ er sich von Hilarius, dem späteren Bischof von Poitiers, taufen.

Martin quittierte seinen Militärdienst und lebte als Einsiedler, bis ihn Hilarius nach Poitiers rief. Gegen seinen Willen sollte Martin im Jahr 371 auf Drängen des Volkes Bischof von Tours werden. Einer der vielen Legenden zufolge soll er sich in einem Stall versteckt haben, doch schnatternde Gänse verrieten ihn. Eine andere Legende berichtete, Martin habe wegen schnatternder Gänse eine Predigt unterbrechen müssen. Deshalb wurden die Tiere eingefangen und zu einer Mahlzeit verarbeitet.

Trotz seines hohen Amtes fühlte sich Martin den einfachen Menschen verbunden. Luxus und Privilegien lehnte er ab, asketisch lebte er in armseligen Hütten. Auf seinen Reisen durch das Bistum kümmerte er sich um die Notleidenden; er soll sogar geheilt und Wunder vollbracht, ein Kind vom Tode erweckt haben. So berichtet es zumindest die Legende. Auf einer dieser Reisen starb er und wurde am 11. November beigesetzt. Chlodwig I. erklärte Martin zum Heiligen und vertraute ihm den Schutz seines Landes und seines Volkes an.

Mit dem Martinstag verbinden wir viele Bräuche und Traditionen. Mit den großen Flüchtlingsströmen nach dem Zweiten Weltkrieg verbreiteten sich die Martinszüge in Deutschland. Mit selbst gebastelten Lampions und Laternen begleiten Kinder den heiligen Martin, der auf einem Pferd voran reitet, auf seinem Weg durch die Nacht. In verschiedenen Regionen existiert der Brauch, am 11. November Martinshörnchen oder Martinsbrezeln an Kinder zu verschenken.

In ganz Deutschland und in Österreich hat sich der Brauch, eine „Martinsgans“ zu verspeisen, verbreitet. Traditionell wird das Federvieh meist mit Knödeln und Rotkraut genossen.



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