Eine begehrte Nachspeise

Entstehung des Lübecker Marzipans ist einer Hungersnot im Jahr 1407 zu verdanken

Naschen ist „in“, schlechtes Gewissen ist „out“. Das gilt gerade an den Weihnachtsfeiertagen. Bei vielen Deutschen gehört als süße Leckerei das Lübecker Marzipan zum Christfest wie der Hase zu Ostern. Doch woher kommt dieser Hochgenuss?

Der Legende nach ist die Entstehung des Lübecker Marzipans einer Hungersnot im Jahr 1407 zu verdanken. In den Speichern der Hansestadt war nichts mehr übrig bis auf Mandeln und Zucker, aus denen die Lübecker das „Marci panis“ herstellten – das Marzipanbrot. Eine andere Namenserklärung geht davon aus, dass sich der Begriff Marzapane, der in Neapel und Sizilien im 13. Jahrhundert für „Schächtelchen“ benutzt wurde, von den Behältnissen, in denen Konfekt transportiert wurde, auf den Inhalt übertragen hat.

Das Ursprungsgebiet des Marzipans liegt im Orient, wo die delikate Mandelzuckermischung vor allem in den Palästen zum Speiseplan gehörte. Durch die Kreuzzüge wurde es über den Handelsplatz Venedig nach Europa gebracht. Am Anfang wurde Marzipan in Europa von Apothekern hergestellt und galt noch bis ins 18. Jahrhundert hinein als Heilmittel.

Festgelegte Rezeptur

Seit 1996 ist die einst begehrte Nachspeise als geschützte geografische Angabe durch die Europäische Kommission registriert – ebenso wie zwei andere deutsche Klassiker: Aachener Printen und Nürnberger Lebkuchen. Der EU-weite Schutz garantiert unter anderem, dass die Leckereien nach einer festgelegten Rezeptur hergestellt werden. Lübecker Marzipan enthält zum Beispiel 70 Prozent Marzipanrohmasse und 30 Prozent Zucker. Herkömmliches Marzipan darf nach deutschem Lebensmittelrecht dagegen zu gleichen Teilen aus Marzipanrohmasse und Zucker bestehen.

Und obwohl Süßigkeiten normalerweise nicht als „gesunde Ernährung“, gelten, leistet der Verzehr von Mandeln und somit auch von Marzipan bei mäßigem Konsum einen wertvollen Beitrag zur Ernährung. Mandeln bestehen zu rund 25 Prozent aus Eiweißstoffen, zu rund zwölf Prozent aus Ballaststoffen und zu gut 50 Prozent aus „guten“ Fetten, die einem zu hohen Cholesterinspiegel vorbeugen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine Portion Marzipan à 30 Gramm mit rund 160 Kalorien sowohl einfach- als auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, das antioxidativ wirkende Vitamin E, Proteine, Ballaststoffe, Magnesium, Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen. Darüber hinaus sind Mandeln reich an Folsäure sowie an den Vitaminen B1, B2 und B6, die durch die Energiegewinnung im Kohlenhydratstoffwechsel und zur Reizübertragung im Nervensystem benötigt werden.



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