Das „kleine Jahr“

Zahlreiche Aberglauben der Bauern gingen mit diesen 12 Tagen im Elsass einher

Im Elsass nennt man die 12 Tage zwischen dem 26. Dezember und dem 6. Januar „s’kleine Johr“, das kleine Jahr, oder „d’Loostaga“, die Los-Tage.

Methoden zum Wahrsagen wurden benutzt, um den Bauern Aufschluss über das Schwanken der Getreidepreise oder das Wetter im kommenden Jahr zu geben. Bevor die Bauern zur „Mitte“ zwischen 23 Uhr und Mitternacht gingen, legten sie 12 Zwiebelschalen auf ein Holzbrett, eine für jeden Monat. Meeressalz wurde in jede Schale gelegt. Die Schalen, in denen das Salz schmolz, standen für die Monate, in denen es Regen geben würde.

Zahlreiche Aberglauben der Bauern gingen mit diesen 12 Tagen einher. Viele Verbote mussten eingehalten werden. Zum Beispiel durfte man keine Saubohnen oder grünen Bohnen essen, da ihr Genuss Hautkrankheiten auslösen konnte. Spinnen durfte man zwischen dem 24. Dezember und 6. Januar ebenfalls nicht, um zu vermeiden, dass man sich unter dem Einfluss einer Frau aus der anderen Welt wiederfände, der „Hechselgauklere“. Sie legte auf den Fensterbrettern der Unvorsichtigen zwölf Spindeln ab, die diese im Laufe der Nacht vollspinnen mussten, wenn sie nicht wollten, dass Unheil über sie käme.

Die Heiligen drei Könige und Epiphania

Epiphania wird am 6. Januar gefeiert. Es handelt sich um den Tag, an dem die Heiligen Drei Könige das Jesuskind besuchen. Es ist auch der Tag des ersten Wunders der Hochzeit zu Kana und vor allem natürlich der Tag der Taufe von Christus. Seit dem 5. Jahrhundert hat die Kirche diesem Ereignis, das an vielen Orten der Welt gefeiert wird, eine beachtliche Bedeutung zugemessen.

Traditionell hat man an Epiphania die Gelegenheit, „den König zu ziehen“: eine in der Galette (einer flachen Torte) eingebackene Porzellanfigur. Derjenige, der die versteckte Figur erhält, ist einen Tag lang König und muss die nächste Torte kaufen. Diese Gepflogenheit hat ihren Ursprung wohl in den Saturnalien und im alten Rom.

Bohnen als Stimmzettel

Die Römer benutzten Saubohnen („fèves“) als Stimmzettel, um ihren Festkönig während dieser Feierlichkeiten zu wählen. Die Saubohnen wurden ab 1870 durch Porzellanfiguren ersetzt. Früher wollte es der Brauch, dass man die Torte in ein Stück mehr als Gäste unterteilte. Dieses zusätzliche Stück wurde „Stück des Guten Gottes“, „Stück der Jungfrau“ oder „Stück des Armen“ genannt und sollte dem ersten Bettler, der an die Tür klopfen würde, gegeben werden.



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