Wie war Weihnachten damals?

Antwort auf diese Frage liefert das Rothenburger Weihnachtsmuseum

Seit wann gibt es Weihnachten? Wie schmückten unsere Vorfahren ihre Weihnachtsbäume? Wer Antworten auf diese Fragen sucht, wird im Weihnachtsmuseum in Rothenburg ob der Tauber (Bayern) fündig.

„Siehste, det is' die Geschichte von Jerusalem“, tönt es, als eine vierköpfige Familie den ersten der insgesamt elf Räume betritt. Die vier, unschwer als Hauptstädter zu erkennen, erfahren im Museum, wie die Weihnachtstradition entstand. Von heidnischen Bräuchen überlagert, entwickelte sich Weihnachten erst nach und nach zum Fest mit Geschenken und geschmückten Bäumen. Bis ins 14. Jahrhundert zelebrierten die Menschen das Fest in der Kirche, danach verbreitete es sich über die Zünfte langsam in den bürgerlichen Kreisen der Städte und in der aristokratischen Oberschicht.

Zeitgleich entwickelte sich der Brauch der Kinderbescherung und der Weihnachtsbäume, von denen besonders prachtvolle Exemplare in den Vitrinen stehen. „Wenn ich mir so einen Baum machen könnte, dann ...“ Den Rest des Satzes lässt die Mutter eines Jungen unausgesprochen. Die Pracht, die der Baum mit Gablonzer Schmuck ausstrahlt, verschlägt einem wirklich die Sprache.

Glasketten im Jugendstil

Was indes die Besucherin aus Fernost murmelt, ist leider nicht zu verstehen. Aber ihr Gesichtsausdruck verrät, wie ihr der Anblick der Silbertanne imponiert. Das Lametta fließt geradezu in Strömen herab und funkelt mit den silbernen Glaskugeln um die Wette. Drei der Räume bergen geschmückte Bäume von der Biedermeierzeit bis 1945. Vitrinen zeigen die vielen Materialen, die früher für den häuslichen Weihnachtsschmuck verwendet wurden: Früchte, Wachs und Modeln, Schmuck aus leonischen Drähten, Dresdner Pappe, Formkugeln, Eiszapfen und Glasketten im Jugendstil, Kerzenhalter, Öllämpchen und Elektrische Lichterketten. "Genau so hat es bei uns auch ausgesehen", erklärt die weißhaarige Dame ihrer Begleiterin im amerikanisch eingefärbten Akzent und freut sich, dass sie in Rothenburg Kindheitserinnerungen findet.

Um den Kindern das Warten aufs Christkind zu verkürzen, gibt es seit über 90 Jahren die Adventskalender, von denen einige hier zu sehen sind. Zu den Raritäten gehört neben einem Leuchterengel, der um 1880 datiert ist, ein grimmig dreinschauender Weihnachtsmann. Zu ihm gesellen sich viele „Kollegen“, angefangen vom handtellergroßen Vertreter über den rundlichen, in rotem Wams gekleideten älteren Herrn bis zum mannshohen Prachtexemplar, das einst als Fensterdekoration diente.

Dazu präsentiert das Museum auf 250 Quadratmetern in ehemaligen Büroräumen noch Christbaumständer, Miniaturchristbäume, Papierkrippen, Räuchermänner, Hängeleuchter und vieles mehr, das den Besuchern die traditionelle Weihnacht in Deutschland versinnbildlicht.

Geöffnet ist das Weihnachtsmuseum, das sich in der Herrngasse 1, in 91541 Rothenburg ob der Tauber befindet, bis 30. Dezember täglich von 10 bis 17 Uhr, am 31. Dezember von 10 bis 14 Uhr, von Jahresbeginn 2010 bis 6. Januar täglich von 10 bis 17 Uhr. Von 7. Januar bis 15. März ist das Museum geschlossen.

Mehr dazu unter www.weihnachtsmuseum.de.



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