Klassikerstadt und „Weihnachtstal“

Thüringen ist das Ursprungsland vieler traditioneller Weihnachtslieder

Jedes Jahr im Dezember singen die Menschen Weihnachtslieder wie „O du fröhliche“, „Oh Tannenbaum“ oder „Alle Jahre wieder“. Doch woher stammen sie eigentlich? Wer hätte das gedacht: aus Thüringen, dem Ursprungsland vieler traditioneller Weihnachtslieder.

Doch nicht nur die Lieder kommen aus diesem Bundesland, im kleinen Ort Lauscha im Thüringer Wald entstanden vor etwa 160 Jahren die ersten Christbaumkugeln. Vermutlich war es ein armer Glasbläser, der 1847, weil er keine echten Äpfel und Nüsse für seinen Weihnachtsbaum hatte, die ersten Vorreiter der heutgen Christbaumkugel schuf – Früchte aus Glas.

Doch auch viele traditionelle Weihnachtsmärkte finden in der Adventszeit in Thüringen statt. Zu Füßen des mittelalterlichen Mariendoms und der Stiftskirche St. Severi endet in diesem Jahr am 22. Dezember zum 158. Mal der Erfurter Weihnachtsmarkt. In mehr als 200 Holzhäuschen, die sich über den Fischmarkt bis zum Anger und Bahnhofsvorplatz erstrecken, gibt es traditionellen Weihnachtschmuck aus dem Erzgebirge, die Christbaumkugeln aus Lauscha und Blaudrucktextilien aus Thüringen. Natürlich dürfen neben den Thüringer Rostbratwürsten die Erfurter „Schittchen“, wie der Weihnachtsstollen in Erfurt genannt wird, nicht fehlen.

Kerzenzieher, Glasbläser, Seifensieder, Steinmetze, Kräuterfrauen und fahrende Händler beschicken den nunmehr 8. Historischen Weihnachtsmarkt auf der Wartburg in Eisenach. Noch am 13. und 14. sowie am 20. und 21. Dezember präsentieren sich fast ausschließlich authentische Mittelalterhändler und -schausteller. Der historische Weihnachtsmarkt ist jeweils von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Im „Wegezoll“ von 2,00 Euro sind der Eintritt ins Museum der Wartburg, den großen Festsaal und die Lutherstube enthalten.

Tradition und Besinnung auf den christlichen Ursprung des Weihnachtsfestes stehen in der Klassikerstadt Weimar im Vordergrund. Weihnachtliche Düfte machen einen Bummel über den Weihnachtsmarkt vom Theaterplatz über die Schillerstraße bis zum Marktplatz richtig anheimelnd. Wenn das bekannte Weihnachtslied „O du fröhliche“ in Weimar besonders oft erklingt, liegt es daran, dass Johannes Falk, ein Zeitgenosse Goethes, Philosoph und Sozialpädagoge, dieses Lied in Weimar verfasst hat.

Aus Weimar kommt auch die Tradition, Weihnachtsbäume auf Weihnachtsmärkten aufzustellen. Vor gut 200 Jahren initiierte der Hofbuchhändler Hofmann dies für die Armen der Stadt, die sich keine eigene Tanne für die gute Stube leisten konnten.

Weihnachtsmänner und -frauen in historischen Fahrzeugen, Motorrädern, Cabrios, Tandems oder auf Pferden gehören zur Weihnachtsmannparade, die das Eisenberger Mühltal zwischen Eisenberg und Bad Klosterlausnitz in ein „Weihnachtstal.de “ verwandelt. Am dritten Adventswochenende werden acht Mühlen, die sich auf einer Strecke von acht Kilometern befinden, weihnachtlich geschmückt und präsentieren sich als einen großen Weihnachtsmarkt.



Weihnachtsmärkte

Wir haben sie! Die Termine der wichtigsten Weihnachtsmärkte rund um den Globus: